Das französische Projekt

 

Ein Gesetz für „den Zugang von Allen zu allem“

Am 11. Februar 2005 wurde in Frankreich ein Gesetz über gleiche Rechte und Chancen, Teilhabe und Bürgerrechte von Behinderten beschlossen.

Dieses Gesetz besagt, dass das Prinzip der Barrierefreiheit allgemein ist, ungeachtet der Art und des Grades der Behinderung und dass ab 2015 alle öffentlichen Orte in Frankreich barrierefrei sein müssen.

 

Menschen mit geistigen Einschränkungen sind nicht Behinderte zweiter Klasse: Das Leitbild von Unapei

Die französische Organisation Unapei (ein nationaler Dachverband von Vereinen von Eltern und Freunde von Menschen mit kognitiven Einschränkungen) hat sich – im Bewusstsein, dass Barrierefreiheit hauptsächlich die Beseitigung architektonischer Barrieren meint – dazu entschlossen, sich des Themas der Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu widmen.

Auf der Basis eines Leitbildes fordern Unapei und die Mitglieder des Dachverbandes eine Gesellschaft, in der Menschen mit kognitiven Einschränkungen wie jeder Bürger Zugang zu Informationen, Bildung, Ausbildung, Arbeit, Unterkunft, Transportmöglichkeiten, Freizeitaktivitäten, Sport, Kultur, Gesundheitsdiensten, usw. haben.

 

logo del Pittogramma S3A

Ein neues Symbol für eine neue Gesellschaft

Der erste Schritt von Unapei war die Entwicklung des Piktogramms S3A, ein Symbol des Willkommens, der Unterstützung und der Barrierefreiheit.

Das Piktogramm wurde so entworfen, dass Orte, Dienste und Produkte, die für Menschen mit kognitiven Einschränkungen zugänglich sind, leicht identifiziert werden können.

 

Unapei begann mit diesem Symbol und startete dann ein Projekt mit zwei Zielen:

– Sensibilisierung des allgemeinen Bewusstseins für die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen,

– Unterstützung bei der Anwendung von gemeinsam mit den Betroffenen entwickelten passgenauen Methoden zur Förderung der Barrierefreiheit.

Das sind die zentralen Inhalte des A.A.A.-Projekts, auf dem „SuperMAN“ basiert.

Das „A.A.A.“ Projekt – Willkommen, Unterstützung und Barrierefreiheit

Das „A.A.A.“ Projekt – Accoglienza, Accompagnamento e Accessibilità (Willkommen, Unterstützung und Barrierefreiheit) umfasst die Schaffung von Bewusstsein sowie die Information und Ausbildung von Mitarbeitern von Institutionen und Organisationen, die sich einer Gesellschaft widmen wollen, die für Menschen mit kognitiven Einschränkungen barrierefrei ist.

Das Unapei Trainingszentrum bietet dafür spezielle Kurse an, an deren Ende das Symbol der Barrierefreiheit S3A verliehen wird.

Unapei und seine Mitgliedsorganisationen – unter ihnen Les Papillons Blancs aus Bergerac – begannen 2007 ein erstes cassa prioritaria in un supermercato E.Leclercdiesbezügliches Projekt in den E.Leclerc Supermärkten in Frankreich. Dies waren die ersten Supermärkte, die in ihre Qualitätszertifizierung konkrete Aktionen zur Förderung der Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiven Behinderungen aufnahmen.

Mittlerweile gibt es in Frankreich fast 200 E.Leclerc-Märkte, die das Symbol der Barrierefreiheit S3A erhalten haben und mehr als 500 E.Leclerc-Mitarbeiter haben die Ausbildung absolviert.

Die E.Leclerc Supermärkte führen das Symbol S3A am Informationstand im Eingangsbereich, an den speziell für behinderte Menschen vorgesehenen Vorrangkassen (eine Besonderheit in Frankreich, die es so in Deutschland und Italien nicht gibt und die aus Sicht der Vorgaben der Inklusion auch ambivalent zu beurteilen ist) und auf den Namensschildern oder Ausweiskarten der Mitarbeiter, die entsprechend ausgebildet wurden.

Bildunterschrift: Vorrangkasse in einem E.Leclerc-Supermarkt.

Eins … führt zum Anderen

Das „A.A.A.“ Projekt begründete weitere Kooperationen zwischen Unapei und der E.Leclerc-Gruppe, wie den Verkauf von Produkten, die im Zentrum für berufliche Eingliederung (ESAT) hergestellt wurden und auch zur berufliche Eingliederung von Menschen mit mentalen Einschränkungen in den Supermarkt.

Nachdem dieses Experiment in den E.Leclerc-Supermärkten durchgeführt war, trat das Projekt in Frankreich in die Phase des Transfers in andere öffentliche Bereiche, wie Bahnhöfe und Postämter.

Die soziale Kooperative Kara Bobowski erfuhr aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Les Papillons Blancs, einem Unapei-Mitglied, von diesem Projekt und war sofort von den Zielen dieses Projektes begeistert.

Daraus entstand die Idee die französischen Erfahrungen nach Italien und Deutschland zu transferieren: das Projekt „SuperMAN“.

 

 


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Das Projekt SuperMAN

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